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Mal angenommen, Sie sind Vereinsmitglied.
Warum auch immer. Weil Sie sich davon protegierende Kontakte versprechen. Oder weil Sie Gesellschaft suchen. Oder weil Sie ein Freund oder eine Freundin überredet hat, mitzumachen. Oder weil Sie überzeugter Befürworter oder überzeugte Befürworterin der jeweiligen Interessenslage des Vereins sind. Oder weil Sie unbedingt Zweiter Vorsitzender oder Zweite Vorsitzende werden wollen. Egal. Jedenfalls sind Sie im Verein.

Verein

Wo auch immer. Ob Sie im Kleintierzüchterverein Kleintiere züchten, oder auch größere. Oder ob Sie im Golfclub ein Handicap haben. Oder ob Sie im Alpenverein Ihrem Hobby frönen. Oder ob Sie im Freundeskreis der reimenden Literatur oder Lieder aktiv vorlesen oder mitsingen. Oder ob Sie im Verein gegen die Vereinsmeierei oder gegen die Vereinsstatuten wettern. Egal. Sie sind im Verein.
Jetzt geht’s los. Sie vereinbaren wöchentlich ein Match. Oder Sie treffen sich alle 14 Tage in der Vereinsgaststätte. Oder Sie machen monatlich einen Ausflug. Oder Sie haben alle zwei Monate einen Veranstaltungstermin. Oder Sie sind viermal im Jahr für Wochenenddienste eingeteilt. Oder Sie werden einmal im Jahr zur ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen.
Soweit. So gut. Oder auch sonah, so schlecht.
Denn im Verein sind Sie nicht allein. Allein die Mitgliedskosten erfordern eine ständige Präsenz. Oder im Verein dürfen alle Mitglieder jederzeit sein. Sein oder Nichtsein, der Verein gibt jedem das Seine. Oder im Verein ist keiner ein Schwein. Schwein gehabt, wenn dort jeder tierisch gut drauf ist. Oder im Verein bringt jeder was ein. Ein wunderschönes Gefühl, dass man wer ist. Oder?
Ach, machen Sie sich doch Ihren eigenen Reim. Auf die Vereinsmeiereien – ich mag in keinem Verein sein.

03. Juni 2013 von Bernd Lange
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