Vor-Sprache

✓ Frühling

Mal angenommen, es ist Frühling. In Stuttgart. Oder in Heilbronn. Oder in Tübingen. Oder in Ulm. Oder in Karlsruhe. Oder in irgendeiner anderen Stadt. Oder auf dem Lande. So die ersten sonnigen, schon wärmenden Tage im April. Oder schon Ende März. Oder auch erst Anfang Mai. Nach einem viel zu langen Winter. Na ja, Sie wissen schon, was oder wie ich meine, oder?
Jedenfalls hält Sie nichts mehr in Ihrer Wohnung. Oder Ihrem Zimmer. Oder Ihrem Haus. Auf ins Grüne. Oder ins Blaue. Über Wiesen. Oder Felder. Durch den Wald. Oder die Heide. Auf den Höhen. Oder im Tal. Am Hang. Oder in den Auen. So ‘ne gute Stunde. Oder auch zwei. Oder drei für’s Erste.
Dann überkommt’s Sie. Jetzt ‘n Bier. Oder ‘nen  Wein. Oder ‘ne Mostschorle. Oder ‘ne Apfelsaftschorle. Oder ‘n Radler. Oder auch ‘n Wasser. Kurz: Sie haben irgendwann bei Ihrem Trip ins Grüne oder ins Blaue oder über Wiesen oder Felder oder durch den Wald oder die Heide oder auf den Höhen oder im Tal oder am Hang oder in den Auen Durst. Und Lust, sich irgendwo in einen Biergarten oder ein Gartenlokal zu setzen.
Vielleicht auch noch ‘ne Kleinigkeit essen. ‘Ne Wurst mit Ketchup. Oder ‘n Fleischküchle mit Senf. Oder ‘n Steak in Kräuterbutter. Oder ‘nen Wurstsalat mit Brot. Oder ‘n Käsebrot mit Zwiebeln. Und dann beim Gehen noch ‘n Eis. ‘N Cornetto. Oder ‘n Magnum. Oder…
Jedenfalls wollen Sie im Freien sitzen. Und erlauben Sie mir diesen Ausdruck so zu Beginn des Frühjahrs: Den lieben Gott einen guten Menschen sein lassen.
Alles in allem, Sie wollen’s genießen. Oder Sie wollen’s sich gut gehen lassen. So im Freien. Oder mit den ersten Sonnenstrahlen. Oder in der lauen Luft. Kurzärmlig. Oder in Shorts. Oder ohne Strümpfe oder Socken.
Nur das Ganze hat einen Haken: Bevor nicht die Eisheiligen ihr Unwesen getrieben haben, ist nichts drin mit Biergarten oder Gartenlokal. Gibt’s keine Freiluft-Bewirtung. Es könnte ja nochmals Bodenfrost geben und dann frieren die Stuhl- und Tischbeine. Komme was wolle. Biergarten- oder Gartenlokal-Wetter schreibt der Kalender vor. Nicht das Wetter selbst. Oder stellen Sie Ihre Heizung in Ihrer Wohnung oder Ihrem Zimmer oder Ihrem Haus vor den Eisheiligen ab? Ganz ehrlich.

07. März 2013 von Bernd Lange
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